Der Tempel von Karnak

Die Geschichte der legendären Tempelanlage von Karnak ist unmittelbar verbunden mit der Geschichte des antiken Thebens. Mit dem Aufstieg Amuns zum altägyptischen Reichsgott im Mittleren Reich und der damit verbundenen Ernennung Thebens zur Heiligen Stadt Ägyptens begann auch der Ausbau des Tempels. Während der nächsten 1500 Jahre ließ es sich keiner der Herrscher Ägyptens nehmen, dieses eindrucksvolle Monument immer weiter auszubauen, stets bemüht, seinen Vorgänger in Prunk und Pracht noch zu übertreffen. So entstand über die Jahrhunderte hinweg die wohl größte Tempelanlage Ägyptens. Die Tempelanlage von Karnak oder Ipet-Isut, Ort der Vollkommenheit, wie der Tempel damals genannt wurde, galt als eines der größten Heiligtümer der alten Ägypter und ist heute Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

Jedoch war Karnak wesentlich mehr als nur eine einfache Kultstätte. Es war auch der Ort, an dem die Pharaonen residierten und von dem sie über das glanzvolle Reich Ägyptens herrschten. Man kann nur erahnen, welche unvorstellbare Menge an Kostbarkeiten in den zahlreichen Schatzkammern Karnaks einst gelagert worden sein mag.

Sein heutiges Aussehen verdankt Karnak vor allem den Ausbauten während der 18. und 19. Dynastie und besteht im Wesentlichen aus drei Einzelanlagen. Im Zentrum der Anlage befindet sich der Bezirk des Amun, der den großen Tempel des Amun-Re, den Tempel des Mondgottes Chons und das Heiligtum des Ptah umfasst. Etwas südlich davon findet man den Tempelbereich der Mut, der Gattin des Amun-Re und Mutter des Chon. Die beiden Tempelanlagen waren in der Antike durch eine Sphingenallee verbunden. Nördlich des Amun-Re-Tempels schließlich befindet sich der Tempelbezirk des Month.

In der Tempelanlage trifft man jedoch noch auf zahlreiche weitere beeindruckende Monumente, wie die Weiße Kapelle Sesostris I. und die Rote Kapelle der Hatschepsut. Nicht weniger beeindruckend präsentiert sich dem Besucher der große Säulengang des Karnak-Tempels. Hier ragen in 16 Reihen 134 mit Hieroglyphen verzierte Säulen etwa 20 Meter hoch in den Himmel.

Besonders lohnenswert ist ein Besuch der allabendlichen Licht- und Tonshow, die hier stattfindet und die Besichtigung Karnaks zum unvergesslichen Erlebnis werden lässt.