Tal der Könige

Biban e-Moluk so lautet der ägyptische Name einer der wohl mystischsten und legendärsten Kulturstätten unserer Erde. Das sagenumwobene Tal der Könige zieht seit Jahrtausenden Abenteurer und Reisende aus aller Welt in seinen Bann. Es liegt Karnak und Luxor gegenüber auf der anderen Seite des Nils, auf dem Gebiet der altägyptischen Totenstadt West-Theben. Hier fanden über Jahrhunderte hinweg die mächtigen Pharaonen, Gottkönige des alten Ägypten, ihre letzte Ruhestätte. Den Zugang zu dieser weltberühmten Nekropole am Rande der Wüste bewachen seit Jahrtausenden die legendären Kolosse von Memnon. Die einzigartigen Grabkammern im Tal der Könige waren einst das wohl am besten gehütete Geheimnis der pharaonischen Herrscher und bis heute ist die Faszination, die dieses schroffe, öd anmutende Tal, auf seine Besucher ausübt, ungebrochen.

Die Liste an Namen berühmter Pharaonen, die seit den Anfängen der 18. Dynastie hier in diesem abgeschiedenen Tal zur letzten Ruhe gebettet wurden ist immens lang. Der erste altägyptische Herrscher, dessen Grabkammern hier gegraben worden waren, war Thutmosis I. Im Laufe der Jahrhunderte folgten ihm viele bis in unsere Zeit berühmte Pharaonen, wie Ramses, Sethos und Tutanchamun nach. Das Grab von Tutanchamun ist wohl auch das berühmteste der vielen Königsgräber. Es wurde erst in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von Howard Carter entdeckt und ist das einzige der zahllosen Gräber, das noch nicht von Grabräubern geplündert worden war. Das Grab des Tutanchamun ist auch die wohl prächtigste und am besten erhaltene Grabstätte im Tal der Könige und der Höhepunkt jeder Besichtigungstour. Allerdings ist es, wie alle anderen Gräber auch, nicht immer für die Öffentlichkeit zugänglich. Um die Grabkammern weitestgehend vor Verfall zu schützen, kann man abwechselnd immer nur einige der Gräber besichtigen. Auch das Fotografieren innerhalb der Grabkammern mit Blitzlicht ist strengstens untersagt. Diese Maßnahmen sind bei dem immensen Besucherstrom, den das Tal der Könige tagtäglich zu verzeichnen hat, unerlässlich um sicher zu gehen, dass diese faszinierende Nekropole, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, für die Machwelt erhalten werden kann.